DVD-Rohlinge: Gigabyteweise Datenschlucker

Die Speicherkapazität gewinnt nicht nur in Datennetzen an Bedeutung, sondern ist ebenso bei den entsprechenden Datenträgern ein brennendes Thema. Spätestens seit der Verkommerzialisierung von E-Commerce und E-Business und neu nun zusätzlich bei den Trends E-Government, E-Learning usw. ist das Daten-Management der Geschäftsprozesse ein Gesprächsthema mit oberster Priorität. Kein noch so grosser Papierstapel fasst auch nur für einen Tag die Datenfülle von Internet-Einkäufen, Intranet-/Extranet-Prozessen, virtuellen Behördengängen oder ganzen Ausbildungslehrgängen auf dem weltweiten Web.

DVD LogoGut eignen sich die DVDs (Digital Versatile Disks) für das Horten von gigabyteweise Daten. Sie gelten wegen der grossen Speicherkapazität mittlerweile als Standardmedien – und nicht nur deswegen, sondern ebenso wegen der Tatsache, dass mit diesen digitalen Medien auch interaktive, multimediale und hochqualitative Präsentationen in bester Bild- und Tonqualität auf TV- und PC-Bildschirmen möglich sind. Die DVD hat deshalb auch in die Computerzimmer der Privatanwender Einzug gehalten. Die DVD-Datenträger schlucken spielend Lexika, Spiele und Videofilme; und welche Millionen von Videokamera-Besitzern/Innen lockt es zudem nicht, die Urlaubsfilme am PC zu editieren, auf DVD zu bannen und auf dem DVD-Player daheim oder bei Freunden abzuspielen?

Ein DVD-Rohling besteht aus zwei miteinander verklebten Polykarbonathälften. Er ist verwindungssteif und kann Daten auf beiden Seiten und in zwei Schichten speichern. Mit einer Wellenlänge von 635 (Authoring) bis 650 (General) Nanometern ist die Kapazität eines DVD-Rohlings im Maximum jedoch auf 17 GB (zweiseitig und zweischichtig) begrenzt, was mehr als 8 Stunden Video, dem Inhalt von 26 CDs oder von 11′000 Disketten entspricht. Für den allgemeinen Gebrauch kommt jedoch in der Regel ein einschichtiger, einseitiger DVD-Rohling zum Einsatz mit einer Speicherkapazität von 4,7 GB.

Beim Brennen werden im Polykarbonatkunststoff spiralförmige Spuren von innen nach aussen gezogen Lands (Erhebungen) und Pits (Furchen). Im Vergleich zu einer CD sind die entstehenden Vertiefungen schmaler und zierlicher, und der abtastende Laser ist filigraner (650 Nanometer im Vergleich zu 780 Nanometern). Die digitalen Dateninformationen auf einer DVD sind zudem kleiner und in einem geringeren Abstand voneinander abgespeichert als auf einer CD, was in einer 7 Mal höheren Speicherkapazität resultiert (einschichtiger Rohling).

Zurzeit sind die folgenden DVD-Rohlingtypen auf dem Markt erhältlich:

DVD-R (Recordable):

Einmal beschreibbare DVD-R Rohlinge mit 4,7 GB einseitigem Speichervolumen (für den allgemeinen Einsatz Typ G „for General“ oder für den professionellen Einsatz Typ A „for Authoring“).

DVD-RW (Rewritable):

Bis 1000 Mal wiederbeschreib- und löschbare Speichermedien mit 4,7 GB einseitigem Speichervolumen.

DVD+RW (Plus Rewritable):

Diese mehrmals beschreibbaren Medien mit 4,7 GB Speicherkapazität können im Gegensatz zu anderen Rohlingtypen in praktisch allen DVD-ROM Laufwerken der älteren Generation und in Stand-Alone DVD-Heimvideogeräten abgespielt werden.

DVD-RAM (Random Access Memory):

Die grundsätzlich immer wieder bespielbaren DVD-RAM Rohlinge (bis zu 100000 Mal) können auch doppelseitig (9,4 GB Speicherkapazität) bespielt werden. Sie sind vornehmlich als Backup Medien in der professionellen Datenarchivierung oder in Heim-DVD Rekordern im Einsatz.

DVD-ROM (Digital Versatile Disc Read Only):

Diese bespielten Medien können weder gelöscht noch überschrieben werden und sind sowohl in einschichtiger, einseitiger Ausführung (4,7 GB Fassungsmenge oder 133 Minuten Video-Spielzeit) bis zu doppelschichtigen und zugleich zweiseitigen Modellen (17 GB oder 482 Minuten Video-Spielzeit) erhältlich.

Spitzenrohlinge: „A must“ für optimale Brenn- und Lese-Sicherheit

Mit 12 cm Durchmesser und 1,2 mm Dicke gleichen sich die verschiedenen DVD-Rohlinge wie ein Ei dem andern. Auch wenn es sich bei der grossen Medienvielfalt um äusserlich scheinbar identische Kopien handelt, gibt es bei den Speichermedien enorme Qualitätsunterschiede. Ein Spitzenrohling verfügt

  • zum einen über eine hochwertige Speicherschicht

    Eine organische Phthalocyanin-Speicherschicht verbrennt unterm dem Laserstrahl leichter und produziert niedrigste BLER-Werte (Block Error Rates) sowie exaktere Kanten der Pits und Lands (tiefe Deviation und Jitters)
  • Und zum andern über einen hohen Reflexionswert:
    Eine silberne oder goldene Reflexionsschicht speichert äusserst viel Licht, so dass eine Kompatibilität mit möglichst vielen Laufwerken sichergestellt ist.
  • Sowie eine lange Lebensdauer

Eine gute Adresse für Spitzenrohlinge ist ohne Zweifel Taiyo Yuden, insbesondere wenn die Medien bedruckt werden sollen. Auch die DVD-R Rohlinge von TDK haben sich sowohl im Consumer- als auch im Professional-Bereich bewährt.

DVD-Standards

Wie so oft am Anfang einer neuen Entwicklung hat auch bei der DVD-Technologie der Streit um Standards getobt. Schuld am Format-Wirrwarr und den Inkompatibilitäten waren die Hersteller optischer Laufwerke. Allen lag daran, sich mit einem eigens entwickelten Standard einen möglichst grossen Marktanteil zu sichern und Mitbewerber zu verdrängen. Das Resultat für die AnwenderInnen war lange Zeit unbefriedigend: Inkompatible Laufwerke, Lizenzstreitigkeiten und hohe Preise verursachten Verunsicherung. Wen wundert’s da, dass sich die DVD-Technologie auf dem Markt lange Zeit nicht durchsetzen konnte!

Eine ähnliche Entwicklung war auch beim Kampf um Marktanteile zwischen der Blu-ray Disc und der HD-DVD zu beobachten. Letztlich hat sich die Blu-ray Disc als Nachfolgeformat für die DVD durchgesetzt.

Medienstandards von CD-R bis Blu-ray (PDF)

Bis heute machten die folgenden DVD-Schreibformate das Rennen

(vom DVD-FORUM akzeptierte Standards)

  1. DVD-R/A For Authoring (Professionelle Ton-/Videostudios)
    Wer es sich gewohnt ist, von einer CD schnell ein Zweitexemplar zu brennen, muss den 1:1 „Knopfdruck“-Kopierwunsch bei den Video-DVDs noch zurückstellen: Die Hersteller von Spielfilm-DVDs versehen die Originale zum einen mit einem komplizierten Kopierschutz (CSS Content Scrambling System) und verwenden zum anderen nebst einer DVD-Authoring-Software, die auch die Control Data Area beschreiben kann, einen professionellen Authoring-Datenträger, der mit einem feineren Laserstrahl beschrieben wird (635 nm anstatt 650 nm). Er ist im Profi Videobereich im Einsatz bei Authoring-Lösungen.
  2. DVD-R/G: For General Use (Konsumentenmärkte):
    Dieser vom DVD-Forum (ein Zusammenschluss von den bedeutendsten Hard- und Software-Herstellern) freigegebene Standard für einmal beschreibbare Medien bürgt derzeit für die beste Kompatibilität: Die Medien lassen sich in den meisten DVD-ROM Laufwerken und DVD-Playern abspielen. Das DVD-R Format eignet sich sowohl für Video- wie für Datenaufzeichnungen.
  3. DVD-RAM Wiederbeschreibbar (professioneller Markt)
    Grundsätzlich ist das DVD-RAM Format ein vom DVD-Forum freigegebener Standard. Das Aufzeichnungsverfahren ähnelt dem einer Festplatte und eignet sich deshalb sehr gut für ein Daten-Backup. Das Abspielen der DVD-RAM Medien (im Caddy) ist allerdings nur in speziellen DVD-ROM-Laufwerken möglich oder in dafür vorgesehenen DVD Playern, z.B. von Panasonic
  4. DVD-RW: Wiederbeschreibbar (Konsumentenmarkt)
    Dieses Pendant-Format zum DVD-R ist ebenfalls vom DVD-Forum freigegeben und umfasst die wiederbeschreibbaren Medien. Es eignet sich besonders für Video-Aufzeichnungen und Daten-Backups
  5. DVD+RW Wiederbeschreibbar (Konsumentenmarkt)
    Das DVD+RW Format wurde vom DVD-Forum nicht freigegeben, jedoch von der DVD+RW Allianz (8 Mitglieder), die vornehmlich unter der Federführung von Philips und Sony stehen. Hemmend für die breite Formatverbreitung ist, dass die DVD+RW-AnwenderInnen Lizenzgebühren bezahlen müssen. Grundsätzlich eignet sich der Standard für Video und Daten.

DVD und Bedruckung

Häufig sollen DVD-Rohlinge nicht nur mit Daten beschrieben, sondern auch bedruckt werden. Neben der Möglichkeit, die Medien mit (oft bedruckbaren) Etiketten und Labels für DVDs und CDs zu bekleben, gibt es auch Rohlinge, die auf der Oberseite eine spezielle Beschichtung besitzen, die direkt oder indirekt bedruckt werden kann. Zu nennen wären Tintenstrahldruck, Thermotransferdruck sowie Thermoretransferdruck – je nach Verfahren variiert auch die Beschaffenheit der DVD-Oberfläche.
Eurebis bietet für den professionellen Einsatz eine Vielzahl solcher Rohling-Typen an.